FrauVomBau

LEBENSLAUF, EINSTELLUNG UND MAROTTEN

Et kütt, wie et kütt, sagt der Rheinländer und bisher ist nicht alles glatt, aber doch irgendwie jut jejangen.

Geboren bin ich 1979 in eine Familie, in der immer selbst gebaut und „gebosselt“ wurde.
Bosseln“ – das ist so ein schönes Wort im rheinhessischen Dialekt, das relativ gut umschreibt was ich so mache. Es bedeutet bauen, basteln, Lösungen finden, umdenken, gestalten, tüfteln, nicht immer 100% perfekt, sondern vielleicht nur 98,6%, aber dafür mit Herzblut, Geschick, Mut und einer großen Portion Spaß und Freude am Projekt. 

Meist bin ich fröhlich und begrüße Freunde und Kunden am Telefon gern mit HELAU, in meinem Leben ist nämlich das ganze Jahr über Karneval. Düsseldorf ist zu meiner Heimat geworden und nach über 10 Jahren hier, will ich nirgends lieber sein, als im Rheinland.

FRAUVOMBAU habe ich gegründet, um mit meiner Herzensangelegenheit Frauen in Ihrer Unabhängigkeit zu stärken. Ich gebe Handwerkskurse für Frauen und halte Vorträge zum Thema "Frauen in vermeintlichen Männerdomänen bzw. Männerberufen". Außerdem mache ich Interviews mit Frauen in "untypischen" Berufen oder Freizeitfeldern. Seit Januar 2019 gibt es auch einen Stammtisch "Männerthemen von Frau zu Frau" bei dem ich jeden dritten Mittwoch im Monat eine Frau einlade, die über Ihr ganz spezielles Fachgebiet spricht und alle anwesenden Frauen im fröhlichen, lockeren Austausch offen Fragen dazu stellen können.

In meinem "NORMALEN" Leben stöckele ich zwischen Baustelle, Baufachmarkt und Büro hin und her, als HANDWERKSUNTERNHEMERIN und BAUKOORDINATORIN für Sanierungs-, Modernisierungs- und Renovierungsobjekte. Der Bereich Bauprojektleitung, InteriorDesign, Handwerkervermittlung, Architektur, Baubegleitung, Bauberatung und -kontrolle, Kostenschätzung und -überwachung.
Bauen ist nun mal mein Leben und der Einfachheit halber, heißen beide Unternehmen heute FRAUVOMBAU.

Nachdem ich einen handwerklichen Beruf gelernt habe (ich sage nur 2% Frauen in der Elektrotechnik) hat es mich über die Lichtplanung zum gesamtheitlichen InteriorDesign verschlagen. Durch mein offenes kommunikatives Wesen bin ich aber in den Vertrieb abgeworben worden und meine Karriere in der Möbelindustrie begann. Relativ schnell war ich im Vertrieb erfolgreich und habe immer größere Geschäftsgebiete und Positionen, u.a. bei Fritz Hansen, begleitet.
10 Jahre habe ich als Sales Manager Germany für Knoll Inc., die ihr Headquarter in Mailand und USA haben, gearbeitet. Knoll, bekannt als eine Design-Möbelkollektion die u.a. den berühmten Barcelona Chair von Mies van der Rohe umfasst. Die Arbeit auf internationaler Ebene mit Kunden und Geschäftspartnern im Luxusgütersegment mit dem Bezug zur Kunsthistorik haben mich stark geprägt und immer wieder herausgefordert.
Trotz des umfangreichen Arbeitsfeldes habe ich nie aufgehört zu lernen und mich in Verkaufs- und Persönlichkeitstrainings immer weiter gebildet und in diesem Bereich auch eine Coachingausbildung genossen. Sodass ich mich schließlich zu meiner letzten angestellten Position als Head of Sales&InteriorDesign im Luxuseinrichtungshaus Pesch in Köln qualifizieren konnte, die ich dann auf eigenen Wunsch verlassen habe, um meine Leidenschaft Bauen zu meinem Haupterwerb zu machen.

Ich wollte meine Berufung zum Beruf zu machen. In meiner gesamten Angestelltenzeit habe ich immer wieder Renovierungs- und Modernisierungsaufträge für Wohnungen und Büros übernommen und neben meiner verantwortungsvollen Arbeit, immer weiter selbst gebaut, umgebaut, ausgebaut, geplant, abgerissen, aufgebaut, rausgerissen, neu verbaut und baulich begleitet. 

In den letzten 20 Jahren komme ich auf eine Zahl von 2 Häusern, 14 Wohnungen und 8 Büros und Praxen, die ich selbst renoviert habe und viele weitere, die ich begleiten durfte. 

Naja, und schließlich habe ich es geschafft, das Hobby (wieder) zum Beruf zu machen.

Ich bin nicht so die Bastlerin, dafür fehlt mir die Geduld. Ich mag lieber das große, grobe Baumaterial. Schon als Kind habe ich liebend gern mit Gipsputz und Rohrisolierung gespielt und alle meine Barbies hatten funktionierendes Licht in Ihren Wohnungen.
Mein Motto seither: Ich bastele nicht, ich baue.

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3 PERSÖNLICHE MAROTTEN, ich 

  • liebe es mit dem Löffel zu essen, wenn ich allein bin, schneide ich alles klein und löffle in mich hinein
  • bade für mein Leben gern und am liebsten, wenn es dabei noch was zu Essen gibt und ein erfrischendes Kaltgetrank
  • finde Möbel mit mehr als einer Funktion grauenvoll, aber ich bin süchtig nach Werkzeug-Multitools, umso mehr das Ding kann, umso mehr will ich es haben

Das Wort – bos seln – (V1. hat gebosselt; o Obj.) handwerkliche Arbeiten machen, tüfteln, verbessern, ändern – aus frz. bosseler – „erhabene bildhauerische Arbeit machen“ – bossieren. Hat daher nichts mit der norddeutschen Stockschieß-Sportart zu tun, die auch mit langem ooo gesprochen wird. Eine Freundin meinte dazu, es höre sich ein wenig an wie das englische Wort „bossy“ oder „posh“, also auch eine ganz nette Wort-Verbindung